Der Diamant (griechisch „adamas“ = unbezwingbar) ist ein aus reinem Kohlenstoff (C) bestehendes Mineral.Seinen Namen bekam er, weil er der härteste natürliche Stoff (Ritzhärte 10) ist, der auf der Erde zu finden ist. Seine Schleifhärte ist 140mal größer als die von Rubinen und Saphiren, den nächst härteren Edelsteinen nach dem Diamanten. Aus diesem Grund gilt er als geradezu unvergänglich.
Obwohl der Diamant zu einem wichtigen Bestandteil für die Schmuckherstellung geworden ist, sind nur weniger als 25 Prozent der weltweit gefundenen Steine für die Verarbeitung in Schmuck geeignet.
Aufgrund der optischen Effekte, der hohen Härte und der Seltenheit gilt der Diamant als der “König der Edelsteine”.
Zwei der bekanntesten Diamanten sind der „Hope-Diamant“ mit 44 Karat und der „Cullinan I“ mit 530 Karat.
Der Ursprung des Diamanten reicht Milliarden Jahre zurück, als durch große Hitze und hohen Druck Kohlenstoff im Erdinneren kristallisierte.
Im Laufe der späteren Erdgeschichte gelangten die Diamanten durch Vulkanausbrüche bis zur Erdoberfläche. Dort blieben Sie in den Vulkanschloten zurück,im sog. Kimberlit.
Australien, Brasilien, Botswana, Kanada, Rep. Kongo, Namibia, Sibirien, Südafrika
- dies sind die Länder, in denen man die bedeutendsten Diamantvorkommen findet.
Die Zahl der Länder, in denen Diamanten gefördert werden, ist jedoch wesentlich
größer; verteilt auf 5 Kontinente handelt es sich um mehr als 20.
Die bedeutendste Mine der Welt ist derzeit die Mine von Jwaneng in Botswana.
Die erste Mine, die 1866 in Südafrika entstand, befand sich unter “freiem Himmel”, doch schon bald baute man Schächte, um in immer größere Tiefen hinabzusteigen.
So entstanden die "unterirdischen" Minen. Es gibt auch sog. "Seifenlagerstätten" in Flussbetten, und die Erosionswirkung der Flüsse hat Diamanten sogar an die Meeresufer mitgerissen, wo sie zum Teil unter 30 bis 40 Meter Sand versteckt liegen. Entlang der namibischen Küste fördert man Diamanten mit Spezialgeräten aus einer Meerestiefe von bis zu 120m.
Das Wort "Oktaeder" kommt aus dem Griechischen und bedeutet "mit acht Gesichtern" und ist die charakteristische Form der Diamanten-kristalle.
Nicht alle Rohedelsteine haben eine solch außergewöhnliche Physiognomie, es gibt sie in verschiedenster
Gestalt. Der Oktaeder verkörpert jedoch zweifellos die
perfekte Form des natürlichen Diamanten.
Der Fähigkeit des Schleifers ist es zu verdanken, dass die darin verborgene Schönheit sich
uns offenbart.
Es handelt sich um eine sehr diffizile Arbeit, bei der der Diamant ca. 50% seines urspr.
Rohgewichtes verliert.
Über den Schliff wird bereits beim Teilen (Sägen, 1.Arbeitsgang)
des Steines mit entschieden, abhängig von der naturgegebenen Spaltrichtung des Diamanten.
Das Reiben bzw. Grauen verleiht dem Rohdiamanten die abgerundete Form.
Das Schleifen und der Feinschliff (Polieren) sind die abschließenden Arbeitsgänge.
Die Maßeinheit Karat geht auf den Samen des getrockneten Johannisbrotbaumes zurück. Diese Samen haben erstaunlicherweise alle das gleiche Gewicht und wurden früher von Diamantenhändlern als Maßeinheit verwendet.
Heute ist ein Karat jedoch eine dezimale Maßeinheit, die 1/5 Gramm entspricht.
Es ist einfach einen losen Diamanten abzuwiegen. Sobald er jedoch gefasst ist,
kann man dessen Gewicht nur annähernd mithilfe von Formeln und Spezialinstrumenten bestimmen.
Zwei Diamanten mit gleichem Karatgewicht können dennoch in ihrem Preis sehr differieren, denn ihre Qualität und ihr Wert hängen ebenso ab von ihrem Schliff,
ihrer Farbe und ihrer Reinheit.
Auch die Seltenheit von Diamanten mit großer Karatzahl hat Einfluss auf den Preis.
So steigt der Preis für größere Steine nie im gleichen Verhältnis wie das Gewicht,
sondern überproportional. Ein Einkaräter kostet also nicht doppelt soviel wie ein Halbkaräter, sondern deutlich mehr.
Erst der wohlproportionierte Schliff verleiht dem Diamanten sein unverwechselbares
Funkeln. Der Schliff ist das einzige Kriterium, das der Mensch direkt beeinflussen kann. Die anderen Kriterien hat die Natur bei jedem Stein vorgegeben.
In einem geschliffenen Diamanten mit guten Proportionen wird das Licht von einer
Facette zur anderen reflektiert und strahlt dann durch das Oberteil des Steines
zurück.
Ist der Schliff des Diamanten zu spitz, entweichen Lichtstrahlen durch das Unterteil. Ist der Schliff zu flach, wird der Lichtstrahl am Oberteil zurück in das Innere gebrochen und entweicht ebenfalls durch das Unterteil.
Es ist wichtig, den rein technischen Vorgang des Schleifens von der Form des Diamanten zu unterscheiden.
Die Wahl der Form unterliegt dem persönlichen Geschmack.
Sehr beliebt ist der Brillantschliff, häufig sind aber auch der Smaragd-, Tropfen-, Princess- und Herzschliff sowie der Marquise oder Navettenschliff.
Die Farbe ist das persönlichste Kriterium innerhalb der 4 C, denn jeder Mensch bevorzugt andere Farbtöne.
Die Farbe eines Diamanten für die Graduierung zu beurteilen heißt messen, wie nahe er der Farblosigkeit kommt.
Die seltensten und weißesten werden mit “D”, “E”, “F” und “G” graduiert; die Mehrheit der Diamanten jedoch ist weiß bis getöntes weiß: Diese werden mit “H” bis “L” graduiert.
Diamanten mit der Graduierung “M” oder niedriger haben eine sichtbare Gelbtönung.
Es gibt jedoch auch Diamanten mit sehr intensiver natürlicher Farbgebung. Diese sind sehr selten und werden als “Fancy Diamonds” bezeichnet.
Die Reinheit eines Diamanten wird daran erkannt, in welchem Maße er frei von Einschlüssen ist - den sog. “Fingerabdrücken der Natur”.
Fast alle Diamanten zeigen Einschlüsse von nicht kristallisiertem Kohlenstoff - also des Stoffes, aus dem sie entstanden sind.
Während des Kristallisierungsprozesses waren Diamanten vielen Einflüssen ausgesetzt. Es konnte zu Störungen im Wachstumsprozess kommen, welche sich als Einschlüsse im Diamanten wiederfinden. Oft sind die Einschlüsse mit bloßem Auge nicht zu sehen und werden erst bei vielfacher Vergrößerung erkennbar.
Je reiner ein Diamant ist, um so seltener ist er auch. Ein Diamant gilt dann als lupenrein, wenn selbst unter 10-facher Vergrößerung keine Einschlüsse im Stein erkennbar sind.
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