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Konfliktdiamanten

Konfliktdiamanten

In der Vergangenheit ist das Thema Konfliktdiamanten immer wieder in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses getreten, doch nur selten wird wirklich umfassend darüber informiert.

Diese Lücke möchten wir mit den hier zur Verfügung gestellten Informationen schließen.

Was sind Konfliktdiamanten?

Konfliktdiamanten sind Rohdiamanten, die illegal geschürft und gehandelt werden,
um Bürgerkriege zu finanzieren.

Als der illegale Handel mit Konfliktdiamanten vor der Jahrtausendwende seinen Höhepunkt erreichte, lag der Anteil am gesamten weltweiten Diamanthandel bei 4%.
Heute wird er unter einem Prozent gesehen.

Hintergrund und Geschichte der Konfliktdiamanten

Ende der neunziger Jahre wurde die Weltöffentlichkeit darauf aufmerksam, dass gewisse Rebellengruppen in Afrika unter anderem illegal geschürfte Diamanten verkauften, um ihre blutigen Kämpfe gegen Regierungen oder untereinander zu finanzieren.

Obwohl Konfliktdiamanten damals nur einen geringen Anteil am Welthandel hatten (4%), erkannte die Diamantindustrie, dass es ein unumstößliches Gebot der Moral sei, geschlossen und entschieden gegen dieses Problem vorzugehen.

Durch Zusammenwirken von Diamantindustrie, UN, Regierungen und Nicht-Regierungsorganisationen (NRO) kam es zur Implementierung des sog. "Kimberley-Prozesses".

Er wurde benannt nach der traditionsreichen Diamantstadt in Südafrika, wo der
erste Kongress zu diesem Thema stattfand.

Was wird gegen Konfliktdiamanten unternommen?

Die Diamantindustrie, Regierungen, die Vereinten Nationen und
Nichtregierungsorganisationen (NRO's) haben das Zertifizierungssystem des
Kimberley - Prozesses eingeführt, um dem Handel mit Konfliktdiamanten
Einhalt zu gebieten.

Die systematischen Bezugsquellennachweise gemäß dem System of Warranties (SoW)
wurden eingeführt, um sicherzustellen, dass nur Diamanten aus legitimen Quellen
in den offiziellen Verkauf gelangen.

Heute stammen nachweislich mehr als 99% der Diamanten auf dem Weltmarkt aus
konfliktfreien Quellen.

Beim Kauf von Diamanten und Schmuck stellen sich vor allem folgende Fragen:

Sind die gekauften Diamanten konfliktfrei?
Wie kann man beweisen, dass die Diamanten konfliktfrei sind?


Antworten darauf liefern der Kimberley-Prozess (KP) sowie die Nachweise über die Bezugsquellen nach dem „System of Warranties“ (SoW).



Der Kimberley-Prozess

Im Jahre 2000 vereinbarten Regierungen, die internationale Diamantindustrie
und verschiedene Nichtregierungsorganisationen (NRO) gemeinsame Maßnahmen
zur Verhinderung des Missbrauchs illegal geschürfter Diamanten.

Diese Initiative erhielt den Namen „Kimberley-Prozess“ und wurde von
der Generalversammlung der Vereinten Nationen unterstützt.
Der Kimberley Prozess führte dazu, dass inzwischen über 99% der Diamanten
konfliktfrei sind.

Zum allerersten Mal arbeiteten hier eine globale Industrie, die Vereinten Nationen,
nationale Regierungen und NROs zusammen, um gemeinsam ein wichtiges
humanitäres Problem anzugehen, nämlich die Austrocknung der Finanzierungsquellen
für bewaffnete Konflikte.

Bis heute verpflichten sich knapp 70 Regierungen in Zusammenarbeit mit den NRO
und der Diamantindustrie zur Einhaltung des von den Vereinten Nationen
überwachten Prozesses. Diese Einhaltung des Prozesses ist auch gesetzlich verankert, z.B. in einer EU-Verordnung seit 2002.

Der Kimberley-Prozess legt fest, dass jede Lieferung Rohdiamanten, die internationale
Grenzen überschreitet, in einem manipulationssicheren Behälter transportiert
und von einem staatlich anerkannten Kimberley-Prozess-Zertifikat begleitet
werden muss, das ihre konfliktfreie Herkunft bestätigt.

Jedes Zertifikat, in dem u. a. der Inhalt der Lieferung beschrieben wird,
muss fälschungssicher und fortlaufend nummeriert sein. Lieferungen dürfen nur
in andere, dem Kimberley-Prozess verpflichtete Staaten erfolgen. Lieferungen von
Rohdiamanten ohne ein solches Zertifikat dürfen dagegen in kein Land eingeführt
werden, das den Kimberley-Prozess ratifiziert hat.

Außerdem verlangt der Kimberley-Prozess von den teilnehmenden Staaten
institutionalisierte interne Kontrollen, damit die Diamanten schon auf dem Weg
zum Ort der Erstausfuhr geschützt sind.

System of Warranties (SoW) - System der Garantien

Die Diamantindustrie hat zudem ein System lückenloser Bezugsquellennachweise
geschaffen, um Endkunden die konfliktfreie Quelle ihrer Diamanten zu garantieren.

Dieses System, das von allen Teilnehmern des Kimberley-Prozesses unterstützt wird,
verpflichtet jeden An- und Verkäufer bereits bearbeiteter Diamanten oder von
Diamantschmuck zur folgenden Erklärung auf allen Rechnungen:

„Die hier in Rechnung gestellten Diamanten wurden aus einer nachweislichen Quelle bezogen, die keine Konflikte unterstützt, und entsprechen den UN-Resolutionen. Hiermit garantiert der Verkäufer mit seinem persönlichen Wissen und/oder schriftlichen Garantien des Lieferanten, dass diese Diamanten konfliktfrei sind.“

Diesen Vermerk finden Sie auch auf allen jewels24.de–Rechnungen.

Zusätzlich muss jeder Händler von Roh- oder geschliffenen Diamanten
alle Rechnungen mit dieser Erklärung sowohl nach der Ausstellung bzw. dem
Empfang verwahren.

Diese Erklärungen sollen in der Firma regelmäßig überprüft und abgeglichen werden.
Auf Anfrage autorisierter staatlicher Behörden müssen diese Papiere vorgelegt
werden, damit überprüft werden kann, ob das jeweilige Unternehmen, das Diamanten
kauft oder verkauft, den Kimberly-Prozess und das System der Garantien (SoW)
einhält.

Unter diesem System würde es sich um eine „Nicht-Einhaltung“ handeln,
wenn eine Bezugsquellengarantie beim Weiterverkauf auf die Rechnung gesetzt würde,
die nicht durch eine Garantieerklärung auf der Einkaufsrechnung der Ware belegt
werden kann.

Jedes Land, das am Kimberley-Prozess teilnimmt, hat eine entsprechende
Gesetzgebung zu erlassen, die die Kimberley-Zertifikate für den Ex- und Import
zwingend vorschreiben.

Diese Gesetze schreiben außerdem jährliche Überprüfungen der Standards,
der Ausführungen und Abläufe aller mit dem Ex- und Import befassten Unternehmen
und Institutionen in Teilnehmerländern des Kimberley-Prozesses vor.

Die Diamond Development Initiative (DDI)

Die Diamond Development Initiative (DDI) basiert
auf dem Kimberley-Prozess.

Während Letzterer den Handel mit Rohdiamanten regelt,
zielt die DDI auf Probleme im Bereich des Diamantschürfens
in einigen der ärmsten Länder Afrikas.

In diesen Ländern wird vorwiegend durch Handarbeit in unregulierten Abbaugebieten geschürft. Anders als in den regulären Diamantminen Südafrikas, Botswanas und Namibias findet man solche Abbaugebiete an Flussbetten.

Hier wurden Diamanten gewissermaßen durch Erosion angespült und abgelagert, so dass sie nun mit primitiven Werkzeugen gefördert werden können.

Es liegt in der Natur dieser ungeschützten Abbaugebiete, dass sie leichter durch Missbrauch gefährdet sind als reguläre Minen.

Die DDI arbeitet schwerpunktmäßig am Aufbau einer multilateralen Partnerschaft,
in der u.a. Regierungen, NRO, Stiftungen, die Diamantindustrie und
Entwicklungsbehörden ihre Kräfte, Erfahrung und ihr Wissen bündeln und
verschiedene Initiativen integrieren.

Indem man die „wilden Minen“ in den gesetzlich geregelten Diamantabbau integriert,
könnten freie und offene Märkte für die so gewonnenen Steine geschaffen werden.

Diese Maßnahmen haben zum Ziel, für die betroffenen Gemeinden dieser Diamantschürfer
sichere Strukturen und den Regionen eine wirtschaftliche und soziale
Entwicklung zu ermöglichen.

Diamanten und wirtschaftliche Entwicklung

Insgesamt arbeiten rund 10 Millionen Menschen in der Diamantindustrie.

Viele dieser Arbeitsplätze liegen in Entwicklungs- und Schwellenländern
der Dritten Welt. Wie andere natürliche Bodenschätze spielen auch Diamanten
eine lebenswichtige Rolle für die wirtschaftliche Entwicklung zahlreicher Länder
in Afrika und anderer Kontinente.

Wenn Regierungen eine verantwortungsbewusste Führung und entsprechende
Gesetze gewährleisten, sind Diamanten eine wichtige Einkommensquelle und
unterstützen so den Aufbau von Infrastrukturen und sozialen Einrichtungen.

Die Maßnahmen, auf die sich die Industrie im Rahmen des Kimberley-Prozesses
geeinigt hat, dienen dem Schutz aller Länder mit Diamanteninteressen, ob im
Bereich Abbau, Verarbeitung, An- und Verkauf oder auch „nur“ im Konsum.

Über 99% der weltweit gehandelten Diamanten stammen inzwischen dank der Initiativen
nachweislich aus konfliktfreien und legitimen Quellen.

Was ist die WFDB Mark™ ?

Die WFDB MarkTM ist eine geschützte Marke der
World Federation of Diamond Bourses (WFDB) (Weltverband der Diamantbörsen).

Nur zugelassene Personen (die Mitglieder einer nationalen Diamantbörse sind)
dürfen diese im Geschäftsverkehr verwenden.



Die WFDB – Mark™ erhalten nur Diamantbörsen-Mitglieder "mit gutem Ruf".
("Good standing")
Sie müssen außerdem bestätigen, dass Sie sich dem WFDB-Grundsätze-Kodex
unterwerfen, der die von der Vollversammlung der WFDB verabschiedeten
Resolutionen bezüglich ethischer Geschäftspraktiken enthält.

Jede WFDB – Mark™ wird persönlich mit einer gesonderten Identitäts-Nummer
vergeben (da auch die Börsenmitgliedschaft eine persönliche ist).

WORLD DIAMOND COUNCIL

Die hier veröffentlichten Fakten und Informationen zum Thema
Konfliktdiamanten wurden unter Verwendung von Informationsmaterial
des World Diamond Council erstellt.

http://www.diamondfacts.org/







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