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Schmuckherstellung

Beschreibung der einzelnen Arbeitsschritte

  • Design
  • Computeranimation
  • Modellbau, Guss & Goldschmiede
  • Edelsteinfasser
  • Diamantschleifer & Rohsteine
  • Diamantenzertifizierung


Design

Von der Idee bis zur technischen Zeichnung wird alles rund um die Gestaltung
eines neuen Modells erarbeitet.

Je nach Vorgabe oder auch nach eigener Interpretation entstehen von einfachen Grundzeichnungen zur Formfindung bis zur Detaildarstellung des Steinbesatzes neue Entwürfe.

Je genauer die Zeichnungen und Angaben des Designers sind, umso perfekter
ist die Umsetzung durch die Modellbauer. Vom Designer wird nicht nur
aussergewöhnliches Zeichentalent erwartet, er muss sich auch in die weiteren
Produktionsschritte der Goldschmiede und Steinfasser hineindenken können.



Computeranimation

Hier können geplante Designs im Computer sehr realistisch in 3D-Form dargestellt
und durch entsprechende Software verändert werden.

Der Vorteil besteht in der direkten Umsetzung des Modells über eine Fräsmaschine
zu einer perfekt gearbeiteten Gussvorlage. Materialstärken, Radien, Steingrößen, etc.
lassen sich exakt im Computer bestimmen, verändern und berechnen.

Selbst Volumenberechnungen für verschiedene Legierungen lassen sich durchführen,
was bei dem traditionellen Modellbau nur annähernd bestimmt werden kann.

Die Umsetzung dieser Technik in der Schmuckbranche hat in den vergangenen Jahren
zu einer schnelleren und genaueren Modellarbeit geführt.





Modellbau, Guss & Goldschmiede

Anhand der Zeichnungen des Designers können Modelle in Wachs
(sehr schnell, aber nicht präzise) oder in Silber (aufwendiger, dafür präzise)
gefertigt werden.

Die Wachsmodelle sind sog. Vorarbeiten, welche anschließend in Silber gegossen
werden, um später z.B. verschiedene Ringgrößen fertigen zu können. Traditionell
werden die Gussmodelle in Metall gearbeitet und dann mit einem Angusskanal versehen.

Das neue Modell wird nun mit einer Gummimasse vulkanisiert, um alle Details exakt zu erhalten. Somit können die Duplikate dieses Grundmodells sauber in Wachs gespritzt werden.

Diese Wachsmodelle werden dann zu einem sog. “Baum” gearbeitet, anschließend in
einer Stahlküvette mit Gips ausgegossen und im Ofen gebrannt.

Während dieses Verfahrens fließt das geschmolzene Wachs aus dem gehärtetem Gips.

In die nun frei gewordenen Zwischenräume dieser Gipsform wird im Schleuder- oder
Vakuumverfahren die gewünschte Legierung eingegossen, die Küvette wird abgeschreckt
und der Gussbaum von den Gipsresten gesäubert.

Die Goldschmiede erhalten die von dem Baum abgeschnittenen Güsse und versäubern
diese, um sie anschließend entsprechend zu bearbeiten (Einzelteile löten,
Ringgrößen anpassen, vorpolieren, etc.).

Diese Artikel werden so weit bearbeitet, dass der Steinfasser mit seiner Arbeit
beginnen kann.





Edelsteinfasser

Trotz aller neuen Fabrikationsmöglichkeiten wird der Grossteil der Steine immer noch von Hand gefasst. Je nach Vorarbeit im Modell muss der Fasser die Steine in das Schmuckstück einarbeiten. Es gibt eine Vielzahl von Fassarten, welche abhängig von den zu verwendenden Steinen und dem Charakter des Schmuckstückes jeweils bevorzugt werden. Eine moderne Variante ist die sog. Kanalfassung, in welcher die Edelsteine dicht nebeneinander gesetzt werden und das Metall über die Aussenkante dieser Steine getrieben wird. Bei der Zargenfassung wird der Stein rundum von einer Metallfassung gehalten. In einer Krappenfassung wird der Edelstein von mehreren Krappen gehalten und ist von allen Seiten offen zu sehen. In der Spiegelfassung wird der Diamant mit mind. 3 starken Spänen in einem Steinsitz befestigt. In der sog. Pavéefassung werden sehr viele kleine Diamanten in einen gebohrten Sitz eingelegt und mit mind. 3 Stutzen befestigt.



Diamantschleifer

Die Arbeit des Diamantschleifers hat sich über die Jahre im Prinzip nicht verändert.

Heute gibt es natürlich verbesserte Arbeitsmittel wie z.B. gesinterte Schleifscheiben und
hochtechnische “Doppen” (Einspannwerkzeuge), aber die Facetten der Diamanten werden
überwiegend noch von Hand geschliffen.

Dies erfordert immer noch ein hohes Maß an Gefühl für die Materie.
In der Vorbereitung der Rohsteine ist jedoch High Tech nicht mehr wegzudenken.
Heute werden die Kristalle per Computer vermessen, um das Optimum an Steingröße
und Reinheit zu erzielen.

Anhand von Lasertechnik können schwierige Rohsteine geschnitten werden, die in
der Vergangenheit nur mit großem Aufwand bearbeitet wurden.





Diamantzertifizierung

Prinzipiell kann jeder Diamant zertifiziert werden, dieser Aufwand
lohnt sich jedoch erst ab einer Größe von 0,30 - 0,40ct.

Unterhalb dieser Größen werden Diamanten nach den Regeln der “4 C” sortiert.

Wird aber ein Zertifikat erstellt, sind intensivere Methoden notwendig, wie
z.B. das genaue Vermessen der Steine (Tafelgröße, Proportionen, usw.),
welche zur Qualitätsbeurteilung dienen.

Zur Bestimmung der Reinheit wird, aufgrund der besseren Optik, ein Mikroskop verwendet.

Erkennungsmerkmale wie z.B. die Fluoreszenz (unter UV-Licht erkennbar),
werden hpts. zur Identifikation benötigt.

Sorgfalt ist die erste Pflicht bei der Zertifizierung, denn nur wenn nach den
Regeln der Weltverbände der Diamantbörsen gearbeitet wird und der Gutachter
eine einwandfreie Reputation besitzt, erhält die Expertise ihre Aussagekraft.





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